Prägungsphase 4 bis 8. Woche :
In dieser Zeit entwickeln sich
die Welpen sehr schnell im Hinblick auf ihre Sinnesorgane und
Bewegung. Die Schlafperioden werden immer kürzer und sie werden
immer aktiver. Sie saugen in größeren Abständen immer noch bei der
Mutter und nehmen bereits ihr eigenes Futter auf.
Die Mutterhündin fürchtet nun
immer mehr die spitzen Zähne der Welpen und vertreibt sie knurrend
vom Gesäuge.
Die Entfernung von ihrem Lager
wird zunehmend größer und die Welpen beginnen ihre Umwelt zu
erkunden. Sie sind in dieser Zeit sehr neugierig und ihr Lerntrieb
tritt in den Vordergrund. An allen erreichbaren Dingen wird herum
gekaut und alles wird inspiziert.
Gerade hier in dieser Phase ist
es besonders wichtig, dass Welpen täglichen Kontakt zu Menschen
erhalten. Haben sie diese Möglichkeit des ständigen Kennenlernens,
so werden aus den Welpen kontaktfreudige Hunde. Haben sie in dieser
Phase sehr wenig Kontakt zu Menschen, vor allem fremden Menschen
wird es niemals eine echte und vor allem enge Verbindung zum Führer
geben.

Hier genügt es nicht den Welpen
das tägliche Futter zu reichen, nein hier ist ganz wichtig, dass
Berührungskontakt hergestellt wird. Das tägliche „Albern und
Spielen“ mit den Welpen, wobei das Geruch aufnehmen entscheidend ist
bestimmt das spätere Verhalten zu Menschen.
In dieser Zeit ist es sehr
wichtig dass unsere Welpen ihre späteren Aufgaben und vor allem
ihren neuen Lebensraum kennenlernen.
Kleine Spaziergänge mit dem Rudel
im Wald und Wiese ist von großer Bedeutung, hier können sie Gerüche
und Geräusche wahrnehmen.



Neben der Reizangel werden hier
Anlagen zum Vorstehen auf natürliche Art geweckt.


Gemeinsam mit Mutter und großer
Schwester auch schon mal einen Bachlauf zu überqueren ist für diese
kleinen Kerle eine besondere Herausforderung.


Bei diesen Erkundungen liegt mir
auch sehr viel daran, dass gerade hier in dem zukünftigen Lebensraum
ein bis zwei mal geschossen wird, damit die Welpen den Reiz
aufnehmen und kennenzulernen.


Rehdecke, Sauschwarte und
Schleppwild wird hier auf diesen kleinen Reviergängen gezielt
eingesetzt. Wir versuchen in dieser Zeit den Welpen alles mitzugeben
und an Anlagen zu wecken was sie in ihrem späteren Jagdleben
benötigen.
Hunde sind keine
instinktgesteuerten Lebewesen, sondern äußerst lernfähig und in den
Jugendphasen auch lernbegierig – Prägung ist zwar auch eine Art des
Lernens, es bestehen aber Erhebliche Unterschiede zu anderen
Lernvorgängen, insbesondere dass Prägung nur innerhalb einer „
sensiblen „ Periode möglich ist; d, h. die Prägungsbereitschaft als
ein streng definierbarer Zeitraum ist in der Jugendentwicklung eines
Tieres immer ein einmaliger und unwiederholbarer
Vorgang: Prägung ist ein
Lernphänomen, bei dem Tiere während einer kurzen, genetischen
determinierten Zeitspanne praktisch irreversibel auf die Objekte
ihrer sozialen Beziehungen festgelegt werden.
(CELLI,2001)